Tageslichtlampe für die Zimmerpflanzen?

Nur mit dem richtigen Licht können Pflanzen überleben. Licht ist eine zwingende Voraussetzung, damit die Photosynthese in den Blättern stattfinden kann. Keine Photosynthese bedeutet, dass die Pflanzen keine Nährstoffe bilden können. Fakt ist: Ohne genügend Licht verhungern Gewächse. Viele Menschen glauben, dass von der Zimmerbeleuchtung erzeugtes Kunstlicht natürliches Licht ersetzen kann.

Dies stimmt jedoch nicht: Das blau-violette Licht, welches zur Photosynthese zwingend erforderlich ist, können herkömmliche Leuchtmittel nicht erzeugen. Genau dieses Lichtspektrum ist allerdings für den Ablauf der Photosynthese essenziell wichtig. Es stellt sich daher die Frage, welche künstliche Lichtquelle als alternative Lichtquelle für Zimmerpflanzen geeignet ist.

In der Natur spendet die Sonne den Gewächsen das lebensnotwendige Licht. Im Winter dagegen, wenn es allgemein dunkler ist, können Zimmer- und Gewächshauspflanzen zusätzlich beleuchtet werden um sie in ihrem natürlichen Gedeihen zu unterstützen. Insbesondere für Agaven oder Palmen, deren Heimat sehr sonnenreich ist, sind auf eine geeignete Zusatzbeleuchtung angewiesen.

Lediglich bei Gewächsen, die im Herbst ihr Laub abwerfen, kann auf eine zusätzliche Beleuchtung verzichtet werden. Sie müssen allerdings kühl, überwintert werden.

Tageslichtlampe für Zimmergewächse

Zimmerpflanzen brauchen Tageslicht – Ist eine Tageslichtlampe dafür geeignet?

Welche Lampe eignet sich als Lichtspender für Pflanzen geeignet?

Pflanzen sind von Natur aus an das Lichtspektrum der Sonne angepasst. Aus diesem Grund muss eine effiziente künstliche Lichtquelle bezüglich der Lichttemperatur und des Lichtspektrums dem Sonnenlicht möglichst identisch sein. Dies gilt insbesondere für den blau-violetten Bereich. Aus anderen Lichtfarben können Gewächse nahezu überhaupt keinen Nutzen ziehen. Tageslichtlampen verfügen über Vollspektrumleuchten und werden dem Spektrum von Sonnenlicht gerecht.

Kunstlicht ist kein Tageslicht

Sonnenlicht wird auch weißes Licht genannt. Mittels eines Prismas lässt sich das Licht in drei verschiedene Farbspektren gliedern. Das grüne, rote und blaue Farbspektrum geht fließend ineinander über. Durch eine gezielte Zusammenführung lässt sich Sonnenlicht in “weißes Licht” umwandeln.

Künstliches Licht in den Farben warmweiß beziehungsweise warm white besitzt eine Lichttemperatur zwischen 2700 – 4000 Kelvin. Leuchtmittel, die in den Farben neutralweiß, cool white und universalweiß angeboten sind, erreichen eine Lichttemperatur zwischen 4000 und maximal 5000 Kelvin. Tageslicht- beziehungsweise Daylightlampen erreichen eine Lichttemperatur von mehr als 5000 Kelvin.

Das Licht der Sonne besitzt eine Temperatur von 5600 Kelvin. Damit sich die Gewächse wohlfühlen, muss bei der Auswahl nicht nur auf die richtige Lichttemperatur, sondern auch eine geringe Wärmeentwicklung der Beleuchtung geachtet werden. Vom Kauf einer Tageslichtlampe profitieren übrigens nicht nur Zimmerpflanzen, sondern auch das Wohlbefinden von Menschen und Haustieren.

Außer universell einsetzbaren Tageslichtlampen bieten diverse Hersteller spezielle Produkte zur Beleuchtung von Zimmergewächsen an. Diese Spezialpflanzenbeleuchtungen unterscheiden sich von herkömmlichen Tageslichtlampen dadurch, dass auf das grüne Lichtspektrum komplett verzichtet wurde.

Hauptsächlich wird die Tageslichtlampe zur Lichttherapie bei Menschn eingesetzt. Auf UV-Licht wird hierbei komplett verzichtet und kommt in den Genuss von vollspektralem Licht. Vitamin B wird in der Haut angeregt und lässt dich nicht nur gut aussehen, sondern auch besser fühlen. Pflanzen die in dunklen Ecken oder Räumen stehen und selten bis kaum Tagesllicht abbekommen sollten genügend Lichtphasen am Tag genießen dürfen. Ob dies nun mit deiner Tageslichtlampe passiert oder du auf andere Leuchtmittel zurückgreifst, liegt in deiner Entscheidung. Die aktuell besten Tageslichtlampen haben wir für dich schon mal in einer Übersicht zusammengefasst.

Im Folgenden bekommst du einen Überblick über die verschiedensten Beleuchtungsarten.

Weitere Leuchtmittel anstatt Tageslichtlampen für Gewächse

Halogen- und Glühlampen sind zur Pflanzenbeleuchtung aus mehreren Gründen ungeeignet. Die erzielte Farbtemperatur ist zu gering, dass die Gewächse davon profitieren können. Darüber hinaus ist der erreichbare Wirkungsgrad nicht ausreichend und die Wärmeentwicklung dieser Lampen zu hoch. Beim Kauf einer Leuchtstoffröhre, die zur Pflanzenbeleuchtung eingesetzt wird, ist es wichtig darauf zu achten, dass die Lampe kaltweises Licht erzeugt.

Kaltweiße Leuchtstoffröhren sind für Pflanzen generell gut geeignet. Das erzeugte Licht ist dem Sonnenlicht sehr ähnlich. Es gibt sogar Produkte, die als spezielle Pflanzenleuchten angeboten werden. Sie kosten allerdings mehr und sind zudem nicht leicht zu bekommen.

Ein ähnliches Lichtspektrum wie Sonnenlicht lässt sich durch die Beleuchtung mit weißen Metalldampflampen erzielen. Die erzielte Wirkung ist sehr gut, allerdings kosten diese Lampen ein Vielfaches mehr als konventionelle Leuchtstoffröhren oder Tageslichtlampen.

Ebenfalls sehr gut geeignet sind Natriumdampf-Hochdrucklampen und Natriumdampf-Niederdrucklampen als künstlicher Lichtspender für Gewächse. Die höheren Anschaffungskosten für eine derartige Pflanzenbeleuchtung amortisieren sich durch den äußerst geringen Stromverbrauch.

Neonröhren, die zur Nutzung für Pflanzen geeignet sind, kosten nicht viel, sind aber nicht leicht zu bekommen. Als Alternative zu speziellem Pflanzenlicht bietet sich eine Kombination der Farben Warm- und Kaltweiß an. Ob den Pflanzen dieses Licht gut tut, zeigen die Gewächse dadurch, wie sie gedeihen. Diese Leuchtstoffröhren kosten nur wenige Euro, sind überall erhältlich und zeichnen sich zudem durch eine geringe Wärmeentwicklung und durch niedrige Betriebskosten aus.

Diese Leuchtstoffröhren sind mit 36 Watt Leistung erhältlich. Bei einer Beleuchtungsdauer von 12 Stunden täglich fallen lediglich circa 1,70 Euro Mehrkosten an Strom an. Sie werden häufig als Neonröhren bezeichnet. Zwischen Neonröhren, die hauptsächlich zur Lichtreklame eingesetzt werden und Leuchtstoffröhren gibt es wesentliche Unterschiede.

Aufbau und Funktion von Leuchtstoffröhren

Leuchtstoffröhren sind aus einer Glasröhre gefertigt. Die Innenseite ist bei fast allen Produkten mit weißem Leuchtstoff beschichtet. An beiden Enden sind Leuchtstoffröhren ähnlich, wie Glühlampen, mit jeweils einen Glühdraht bestückt. In der evakuierten Röhre ist zudem eine winzige Menge Quecksilber enthalten.

Beim Einschalten durchfließt Strom die Glühdrähte, um diese aufzuheizen. Der Stromdurchfluss wird nach einem kurzen Moment durch den integrierten Starter gestoppt. Anschließend übernimmt es die Vorschaltdrossel, eine Spannung von über 1000 Volt wischen den beiden Glühwendeln (Elektroden) aufzubauen.

Durch die gute Voraufheizung ist sichergestellt, dass die Elektroden besonders gut aus dem Material freigesetzt werden und durch die Röhre zum anderen Ende geleitet werden können. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt im Innern der Röhre die Zündung, wodurch ein dauerhafter Stromdurchfluss erzeugt wird. Während sie den Weg von einer Elektrode zur anderen zurücklegen, kollidieren die Elektronen mit den Quecksilberatomen und es kommt zu einer Energieübertragung.

Von den Quecksilberatomen wird die aufgenommene Energie in Form von UV-Licht ohne Verzögerung und ohne Verluste freigesetzt. Durch die Leuchtstoffbeschichtung an der Röhreninnenseite wird das Licht absorbiert und als sichtbares Licht an die Umgebung abgestrahlt. Die Färbung der Beleuchtung lässt sich durch eine gezielte Farbauswahl beeinflussen. Leuchtstoffröhren lassen sich einfach und sicher handhaben.

Zusätzlich zu den Standard-Leuchtstoffröhren werden Speziallampen mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad angeboten. Diese erzeugen bei gleicher Stromaufnahme 25 Prozent mehr Licht. Trotz des geringfügig höheren Preises lohnt sich für Zimmergärtner der Kauf einer solchen Tageslichtlampe. Auch bei der Nutzung einer derartigen Leuchte zur Tageslichtgewinnung amortisiert sich der Anschaffungspreis durch den geringen Stromverbrauch binnen kürzester Zeit.

Aufbau und Funktion von Neonröhren

Neonröhren sind aus hauchdünnem Glas gefertigt. Je nach Verwendungszweck besitzen sie häufig die Form von Symbolen oder Buchstaben und sind mit dem Edelgas Neon gefüllt. Eine Füllung mit zusätzlichen Leuchtstoffen erübrigt sich, da Neon direkt rotes Licht erzeugt und an die Umgebung abgibt. Um Neonröhren einzusetzen, ist Hochspannung mit mehreren Tausend Volt eine zwingende Voraussetzung.

Aufbau und Funktion von Metalldampflampen

Bezüglich des Aufbaus und ihrer Funktionsweise ähneln Metalldampflampen den Leuchtstoffröhren. Auch bei dieser Art von Lampen als Tageslichtersatz fließt elektrischer Strom zwischen den beiden Elektroden. Die Elektroden geben Energie an metallische Atome ab. Die von den Metallatomen aufgenommene Energie wird in Form von sichtbarem Licht an die Umgebung freigesetzt.

Der Abstand zwischen den beiden Elektroden ist bei diesen Leuchten nur gering. Deshalb sind selbst besonders leistungsstarke Metalldampflampen kompakter gebaut als herkömmliche Glühlampen. Da das sichtbare Licht von Metalldampflampen direkt erzeugt wird, kann auf die Verwendung von Wirkungsgrad vermindernden Leuchtstoff bei der Fertigung verzichtet werden.

Aus diesem Grund zeichnen sich Metalldampflampen durch einen besonders hohen Wirkungsgrad aus. Der Nachteil Lampen ist, dass die volle Helligkeit erst einige Minuten nach dem Einschalten erreicht ist. Ebenfalls nachteilig ist, dass nach dem Ausschalten einer Metalldampflampe ein sofortiges, erneutes Einschalten nicht möglich ist. Zudem werden Arten von Licht nicht als allgemeine Zimmerbeleuchtungempfohlen und eher als unangenehm empfunden.

Bei einer Dauernutzung als Pflanzenbeleuchtung sind diese Nachteile jedoch nicht von Bedeutung. Das von Hochdruck-Metalldampflampen erzeugte Licht ist dem natürlichen Sonnenlicht sehr ähnlich. Zur Beleuchtung von Gewächsen dürfen nur Metalldampf eingesetzt werden, die kaltweißes Licht an die Pflanzen abgeben. Blaues Licht, welches von Hochdruck-Metalldampflampen ebenfalls in geringen Mengen erzeugt wird, kann von den Pflanzen nur in geringen Mengen aufgenommen und verwertet werden. Metalldampflamen sind hochpreisig und nur schwer zu bekommen.

Interessant zu wissen was sich zu diesem Thema alles in der Wissenschaft tut. In der neuen rheinischen Zeitung wird über “schlaue” Pflanzen berichtet

Allgemein und wissenswert

Wenn die Gewächse an einem zu dunklen Standort stehen, gehen sie häufig ein, weil sie wegen Lichtmangels nicht ausreichend Nährstoffe bilden können. Wichtig bei der Auswahl der Pflanzenbeleuchtung ist die optimale Lichtzusammensetzung.

Erzeugt die Lampe, die als Tageslicht eingesetzt wird einen zu hohen Anteil an rotem Licht, schießt die Pflanze ungesund und viel zu schnell in die Höhe. Die Pflanze bildet so viele überschüssige Triebe aus, dass diese vom Pflanzenkorpus nicht mehr getragen werden können.

Ein zu hoher blauer Lichtanteil bremst das Wachstum dagegen. Die Pflanze wächst kaum. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Auswahl der Beleuchtungsart darauf zu achten, dass der Anteil an blauem und rotem Licht ausgewogen ist. Auf das grüne Lichtspektrum darf komplett verzichtet werden.

Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass der Wechsel zwischen Tag und Nacht erhalten bleibt. Eine Beleuchtung rund um die Uhr bekommt den Gewächsen auf Dauer nicht. Als optimal hat sich eine tägliche Belichtungsdauer von 9 Stunden bewährt.

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  • August 11, 2017