Zahlt Krankenkasse eine Tageslichtlampe bei Depression?

Die Lichttherapie mit einer speziellen Lampe ist heute eine medizinisch anerkannte Behandlung für Patienten, die an Winterdepression leiden. Doch ist man als Betroffener oft nicht sicher, ob die Krankenkassen für eine solche Behandlung aufkommen. In der Tat haben die meisten Kassen unterschiedliche Reglungen im Bezug auf die Lichttherapie. Bevor man eine Behandlung beginnt, sollte man sich daher zunächst informieren, wie die eigene Krankenkasse solche Fälle handhabt.

Zahlt Krankenkasse Tageslichtlampe bei Depression?

Die Verschreibung einer Tageslichtlampe über die Krankenkasse zahlt sich bei Depression mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. (Bis 90%)

Welche Leistungen erbringen die Krankenkassen bei der Lichttherapie

In einer Umfrage, die bei 71 gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland gemacht wurde, konnte festgestellt werden, dass nur wenige Versicherungen eine Behandlung mit Lichttherapie im Katalog ihrer Leistungen führen. Auch die Versicherer, die Kosten bei einer Lichttherapie übernehmen, bezahlen die Behandlung nur zu einem Teil. Bei den Leistungen konnten einige verschiedene Modelle festgestellt werden:

  • Übernahme der Behandlungskosten zu 100 % bei allen Leistungserbringern

2 Versicherer

  • 100 % bei bestimmten Leistungsträgern

3 Versicherer

  • Maximal 50 Euro bei bestimmten Leistungserbringer

3 Versicherer

  • Bezuschussungen als Bonusprogramm erhältlich

9 Versicherer

  • 80 % bei Leistungen bis zu 150 Euro
  • 100 Prozent bis zu 200 Euro

1 Versicherer

Es ist erkennbar, dass nur ein geringer Prozentsatz der gesetzlichen Krankenversicherungen für Leistungen im Bereich der Lichttherapie aufkommt. Dabei handelt es sich auch ausschließlich um solche Leistungen, die vom Arzt erbracht werden, also eine Therapie beim Arzt. Lampen zur Lichttherapie, die man zur Eigenbehandlung kauft, werden bei den Versicherern nicht berücksichtigt.

Bei den privaten Krankenversicherern wird diese Leistung anders gehandhabt. In verschiedenen Fällen wird die Lichttherapie und unter Umständen auch eine Lampe für den Heimgebrauch bezahlt. Bei der PKV hängst es davon ab, welchen Tarif man gewählt hat.

Man hat bei den Versicheren die Möglichkeit, alternative Behandlungsmöglichkeiten einzuschließen. Bei einem solchen Tarif ist meistens auch die Lichttherapie abgedeckt. Möchte man sich eine eigene Lampe zur Lichttherapie anschaffen, lohnt es in jedem Fall, sich zunächst einmal mit der Versicherer in Verbindung zu setzen um zu fragen, ob ein solches Gerät erstattet wird.

So erhält man die Leistung

Wer sich in Herbst und Winter lustlos und traurig fühlt, kann unter Lichtmangel leiden. Diese Diagnose sollte jedoch vom Arzt bestätigt werden. Deshalb sollte der erste Weg stets zum Hausarzt führen, der gegebenenfalls eine Überweisung zum Psychiater erstellen kann.

Im Gespräch mit dem Patienten stellt der Facharzt schließlich eine Diagnose und trifft eine Therapieentscheidung. Falls beschlossen wird, eine Lichttherapie durchzuführen, so erhält der Patient vom Arzt eine entsprechende Verordnung. Es sollte möglichst darauf geachtet werden, dass die Diagnose im Winter gestellt wird, da die saisonale Depression, die mit Lichttherapie behandelt wird, nur in dieser Jahreszeit auftritt.

Manche Versicherer fordern auch, dass der Arzt einen Nachweis bringt, dass die Diagnose auf Winterdepression schon in vorangegangenen Jahren gestellt wurde. Man sollte bei der Krankenkasse erfragen, welche Anforderungen bezüglich der Verordnung gestellt werden und diese dann an den Arzt weiterreichen.

In vielen Fällen hat der Arzt Erfahrung mit der Lichttherapie und kann dem Patienten eine geeignete Lampe empfehlen. Diese Lampen werden heute jedoch auch im Internet angeboten und man kann selbst nach einem geeigneten Gerät recherchieren. In beiden Fällen ist es hilfreich, sich vom Arzt in die richtige Anwendung eines solchen Geräts einweisen zu lassen.

Hat man die Lampe schließlich gekauft, so reicht man die Rechnung mit einer genauen Beschreibung der Lampe aus der auch die Lux Zahl hervorgeht, gemeinsam mit einem entsprechenden Antrag und der ärztlichen Verordnung bei der Krankenversicherung ein und bittet um Erstattung. In der Regel sind es die LUX Zahl und die CE Zertifizierung, die eine Lampe als geeignetes Therapiegerät auszeichnen, das für eine Erstattung in Frage kommt.

Die richtigen Lampen für die Lichttherapie bei Depression

Hat man die Frage der Deckung von der Krankenversicherung beim Kauf der Lampe geklärt, so gilt es, die richtige Lampe zu finden. Natürlich muss man davon ausgehen, dass die Krankenkasse nur eine solche Lampe bezahlen wird, die für den therapeutischen Zweck auch geeignet ist. Dazu sollte die Lampe die folgenden Eigenschaften besitzen:

  • Lichtstärke zwischen 3,000 du 10,000 Lux
  • Farbtemperatur zwischen 5,000 und 6,000 Kelvin
  • Frei von UVA und UVB Strahlung
  • Zertifiziert als medizinisches Produkt

Die Kombination dieser Eigenschaften ist sehr wichtig für eine wirksame Therapie. Darum sollten beim Kauf auch Lampen mit einer hochwertigen Qualität von namenhaften Herstellern vorgezogen werden. Gute Therapielampen sind heute mit hochwertigen LEDs ausgestattet, die langlebig und flimmerfrei sind.

Billigprodukte haben oft keine Zertifizierung als Medizin Produkt. Diese werden dann von der Krankenkasse nicht anerkannt und können im schlimmsten Fall zu Sch132den an der Haut oder den Augen führen. Daher sollte man bei der Anschaffung einer Lampe. Die zur Behandlung der Winterdepression benutzt wird, auch weniger auf den Preis, als vielmehr auf die Qualität achten.

Wem hilft die Therapie mit der Lichtlampe?

Depressionen sind heute eine häufige Erkrankung, die viele Menschen betrifft. In vielen Fällen treten die Symptome nur in der dunklen Jahreszeit zwischen Herbst und Winter auf. In solchen Fällen spricht man von einer saisonal abhängigen Depression (SAD). Ähnlich wie bei einer anderen Depression leiden die Betroffenen unter Antriebslosigkeit, Schuldgefühlen und Niedergeschlagenheit. Dazu kommen aber auch noch weitere Symptome, die für die SAD typisch sind: Ständige Müdigkeit sowie Heißhunger auf Süßigkeiten.

Heute konnte klinisch erwiesen werden, dass Lichtmangel die hauptsächliche Ursache für eine solche Depression ist. Viele Menschen sehen während der dunklen kaum das Sonnenlicht, da sie morgens im Dunklen zur Arbeit fahren und abends erst nach Anbruch der Dunkelheit nach Hause kommen.

Daher kann die regelmäßige, tägliche Anwendung von einer Lichtquelle mit Tageslicht die Symptome auch erleichtern oder gänzlich vermeiden.

In Studien wurde erwiesen, dass zwischen 60 und 90 Prozent der Patienten durch die Behandlung mit diesem Licht eine merkliche Besserung ihrer Symptome erfahren. Das fehlende Tageslicht löst im Körper eine Hormonstörung aus, bei der auch während des Tages das Schlafhormon Melatonin nicht unterbunden wird. Dadurch entsteht die ständige Müdigkeit.

Mit der Lichttherapie kann man schon in einer Anwendung von einer Stunde täglich eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht garantieren. Die Behandlung kann in der Arztpraxis durchgeführt werden. Dazu sind jedoch während der gesamten Winterzeit regelmäßige Arztbesuche verbunden, die sich besonders bei Berufstätigen nur schwer mit dem täglichen Zeitplan vereinbaren lassen und außerdem auch kostspielig sind.

Darum entscheiden sich heute Patienten gerne dazu, ihr eigenes Gerät anzuschaffen und die Behandlung zu Hause vorzunehmen. Man kann bei der Bestrahlung ruhig einer Beschäftigung nachgehen und beispielsweise dabei morgens frühstücken. Aber auch im Büro ist es möglich, die Lichtbehandlung durchzuführen.

Trotz der Anschaffungskosten für das Gerät erweist sich die Behandlung mit der eigenen Lampe als kostengünstig und praktisch und ist darüber hinaus sehr effektiv. Aus diesen Gründen wird auch die Liste der Krankenversicherer immer länger, die für die Kosten einer solchen Lampe in einer oder anderer Form aufkommen.

Fazit

Wenn man an einer Winterdepression leidet, verordnet der Arzt heute häufig eine Lichttherapie. Mit der Anschaffung einer entsprechenden Lampe kann man eine solche Behandlung auch ausgezeichnet zu Hause durchführen.

Die Effektivität dieser Behandlung ist heute aus medizinischer Sicht erwiesen und bei vielen Patienten konnten ausgezeichnete Resultate erzielt werden. Auch die Krankenkassen erkennen jetzt den Wert einer solchen Therapie und übernehmen in einigen Fällen die Anschaffungskoste für die Lampe völlig oder teilweise. Darum sollte man sich mit dem eigenen Versicherer in Verbindung setzen, um abzuklären, ob der Kaufpreis einer solchen Lampe erstattet wird.

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  • Updated September 20, 2018