Die Bedeutung von Tageslicht und der Tageslichtlampe in der Medizin

Licht hat einen bedeutenden Einfluss auf den Körper und kann ebenso krank wie gesund machen. Nicht umsonst spricht man vom Winter Blues, eine depressive Verstimmung, die viele Menschen in den Wintermonaten befällt, wenn man nur wenig Tageslicht sieht. Die Tageslichtlampe kann dabei helfen, die Stimmung aufzuhellen.

Doch warum ist das so? Du erfährst hier alles was du über das Tageslicht wissen musst.

An sonnigen Sommertagen mit blauem Himmel erhält der Körper eine Lichteinstrahlung von 100,000 Lux. Ist man im Winter jedoch schon auf der Arbeit, bevor es hell wird und kommt erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder aus dem Büro, so erhält man zu wenig Tageslicht und die Stimmung beginnt, sich zu trüben.

Tageslicht ist wichtig für Immunsystem

A walk a day, keeps the doctor away!

Depressionen vorbeugen mit Lichttherapie

SAD, saisonal abhängige Depression ist in Deutschland heute weit verbreitet. Die Betroffenen fühlen sich in Herbst und Winter müde, schwach und wenig motiviert. Bis die Tage im Frühling wieder länger und sonniger werden, fühlt man sich konstant wie gerädert. Wie eingangs bereits erwähnt, hier sind zusätzlicher Informationen zu finden.

Diese Symptome werden durch den Lichtmangel verursacht und können daher durch natürliches Sonnenlicht auch erfolgreich behandelt werden. Leidet man an SAD, so sollte man auch in der kalten Jahreszeit so oft wie möglich einer Freizeitaktivität im Freien nachgehen. Beim Joggen beispielsweise tankt man Tageslicht und außerdem wird durch den Sport im Körper auch Serotonin, das Glückshormon, freigesetzt.

Immunsystem und Tageslicht

Das Sonnenlicht wird im Körper zur Bildung von Vitamin D benötigt. In der Tat ist die Sonne die wichtigste Quelle für Vitamin D. Treffen die Sonnenstrahlen auf die Haut, so lösen sie im Körper einen Prozess aus, durch den Vitamin D gebildet wird.

Die moderne Lebensweise mit langen Arbeitszeiten in Räumen ohne Tageslicht führt bei vielen Menschen zu einem Mangel an Vitamin D, der besonders in den Monaten von Oktober bis März stark ausgeprägt ist.

Hat der Körper keine ausreichenden Vitamin D Speicher aufbauen können, so sollte man in diesen Monaten auf die Einnahme von Vitamin D Produkten zurückgreifen. Die Sonnen kann im Sommer in nur einer Stunde mehr Vitamin D produzieren, als die Einnahme von handelsüblichen Produkten. Außerdem hat sich erwiesen, dass Vitamin D, das über die Haut aufgenommen wird, wesentlich länger gespeichert werden kann, als bei oraler Aufnahme.

So wird Vitamin D in der Haut gebildet

Für die Produktion von Vitamin D ist der UV-B Teil des Sonnenlichts verantwortlich. Mit einer Wellenlänge von 290-315 Nanometern kann dieses Licht leicht in tief in die Oberhaut eindringen. Dort findet ein Prozess statt, der Photolyse genannt wird und eine Cholesterol Form zunächst in Prävitamin D3 und dann in einem zweiten Schritt in Vitamin D3 verwandelt.

Das Vitamin D3 gelangt nun in die Leber, wo es in 25-OH-Vitamin-D umgewandelt wird. In dieser Form zirkuliert es durch das Blut. Benötigen Zellen Vitamin D, so wandeln sie diese Zirkulationsform intern in 1,2-Dihydroxy-Vitamin-D3 um. Der Körper besitzt einen Schutzmechanismus, der es verhindert, dass bei hoher Sonneneinstrahlung zu viel Vitamin D gebildet wird.

Gefahren von Vitamin D Mangel

Eine der hauptsächlichen Aufgaben von Vitamin D Mangel ist eine Regulierung und Unterstützung des Immunsystems. Ist Vitamin D nicht in ausreichenden Mengen im Körper vorhanden, so leidet man häufiger an Infekt- Krankheiten.

Darüber hinaus führt Vitamin D Mangel auch noch zu weiteren Beschwerden. Dazu gehören eine verminderte Wundheilung, konstante Müdigkeit und Schlafstörungen sowie eine Verminderung der geistigen Fähigkeiten. Daher ist die regelmäßige Sonneneinstrahlung und damit verbundene Vitamin D Bildung für den Körper auch so wichtig.

Auswirkungen von Sonnenlicht bei Brustkrebs

Die Krebsforschung hat sich in letzter Zeit häufig mit der Frage beschäftigt, welche positiven Auswirkungen Tageslicht auf Brustkrebs haben kann. Es wurde festgestellt, dass Frauen, die regelmäßig über längere Perioden dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, höhere Überlebensraten aufweisen, als solche Patientinnen, die kaum Tageslicht genießen konnten.

Das wird darauf zurückgeführt, dass die UV Strahlung die Produktion von Melatonin im Körper hemmt. Unter anderem wird durch Melatonin der Östrogenhaushalt reguliert. Darum wird angenommen, dass künstliches Licht Brustkrebs begünstigt.

Auch beim Brustkrebs scheint das durch die Sonne gebildete Vitamin D eine Rolle zu spielen. In Rahmen einer Studie wurde festgestellt, dass aggressive Formen von Brustkrebs bei Frauen mit Vitamin D Mangel dreimal so häufig auftreten, wie bei Frauen mit normalen Vitamin D Speichern.

Bessere Konzentration dank der Sonne

Mediziner haben in den letzten Jahren ebenfalls herausgefunden, dass eine ausreichende Sonneneinstrahlung im direkten Zusammenhang mit einer guten Leistungsfähigkeit steht.

Diese Entdeckung hat sich auch auf die moderne Architektur ausgewirkt. Wurde früher Tageslicht aus Büroräumen weitgehend ferngehalten, um keine Ablenkung zu verursachen, so sind heute große Fenster wieder gefragt, durch die Sonne ungehindert einfallen kann.

Menschen reagieren auf Reize in ihrer Umwelt. Ist man konstant nur künstlichem Licht ausgesetzt, so ist dieses stets gleichbleibend und monoton. Tageslicht hingegen wechselt im Verlauf der Stunden in seiner Intensität und gewährt stets unterschiedliche Reize. So tritt keine Monotonie auf, die zu Konzentrationsschwäche und zum schnellen Ermüden führt.

So wirkt die Lichtfarbe einer Tageslichtlampe

Natürlich gibt es nach wie vor viele Arbeitsplätze, an denen nur künstliches Licht zur Verfügung steht und das wird wohl auch in absehbarer Zeit kaum zu ändern sein. Es wird jedoch immer mehr erforscht, auf welche Weise künstliches Licht gesteuert werden kann, so dass es eine möglichst positive Auswirkung auf den menschlichen Organismus hat.

Beispielsweise wurde festgestellt, dass die Augen hauptsächlich für blaues Licht empfindlich sind, wodurch diese Lichtfarbe eine besondere Bedeutung erhält. Zu den Forschungsergebnissen gehört beispielsweise die Erkenntnis, das bei Verabreichen von hoher Dosen blauen Lichtes kaum Müdigkeit zu Stande kommt, während sich Schläfrigkeit bei geringer Dosierung schnell einstellt.

Die neue Wissenschaft unserer Zeit: Biologische Lichtplanung dank Tageslichtlampen

Wenn es um Beleuchtung ging, versuchte man in Gebäuden früher für eine möglichst helle Ausleuchtung zu sorgen. In den letzten Jahren ist man jedoch dazu übergegangen, eher die Wirkung des Lichtes auf den Menschen in Betracht zu ziehen.

Die Forschung steckt in diesem Gebiet jedoch noch in den Kindeschuhen. Dennoch sind Arbeitsplätze, Krankenhäuser und auch Schulen von der Lichtwirkung betroffen, so dass sich die Erforschung der medizinischen Effekte des Lichts zu einem vorrangigen Projekt entwickelt hat.

Neue Gebäude werden so geplant, dass sie während des Tages ohne künstliches Licht auskommen. In Anbetracht der Tatsache, dass man durchschnittlich 90 Prozent des Tages in Innenräumen verbringt, scheint diese Entwicklung ein wichtiger Fortschritt zu sein.

Tatsächlich ist der Gedanke, dass helles Tageslicht einen positiven Einfluss auf den Menschen hat, nicht neu. Bereits Florence Nightingale, deren Erkenntnisse heute noch als Grundlage für die Krankenpflege gelten, setzte sich für helle, lichtdurchflutete Krankensäle ein.

Bereits im Jahr 1859 bemerkte sie in einem Bericht, dass direktes Sonnenlicht für die schnelle Genesung der Patienten unabdingbar ist. Deshalb empfahl sie, Krankenhäuser so zu bauen, dass eine großflächige Aufnahme des Sonnenlichts möglich ist.

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vertrat der französische Architekt und Stadtplaner Le Corbusier die Ansicht, dass Sonne kosmische Energie weiterleitet und sich daher auch auf die Moral und Physis der Menschen auswirkt.

Es dauerte jedoch bis zum Jahr 2005, dass die Theorien rund um den positiven Effekt von Sonnenlicht einen großen Durchbruch erlangen konnten. Im Rahmen einer groß angelegten Studie, die im American Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde, konnte bewiesen werden, dass eine Behandlung mit hellem Licht eine ausgezeichnete Therapie bei schweren Depressionen darstellt. Besonders positiv wurde dabei die Tatsache bewertet, dass kaum Nebenwirkungen beobachtet werden.

Eine weitere Studie bewies, dass Herzinfarkt Patienten in Zimmern mit großen Fenstern und ungehinderter Sonneneinstrahlung wesentlich schneller genesen konnten, als solche Personen, denen dunkle Zimmer mit künstlichem Licht zugewiesen wurden. Ebenfalls wurde beobachtet, dass Patienten, die nach einer Operation die Sonne sehen können, weniger über Schmerzen klagen als solche, die keinen Zugang zu Sonnenlicht haben.

Die Wirkung von Tageslicht-Lampen

Wer jedoch seine Tage nach wie vor in einem Bürogebäude ohne Tageslicht fristen muss, kann sich mit Tageslichtlampen behelfen, mit denen man sich ein wenig Sonne in dunkle Räume holen kann. Diese Lampen sind so gestaltet, dass sie den Körper annehmen lassen, das Sonnenlicht vorhanden ist. Zur schnellen Übersicht kannst du dich hier unserer Seite mal umsehen.

Weißes Licht setzt sich aus unterschiedlichen Lichtfarben zusammen. Künstliches Licht weist dabei in der Regel nicht die gleiche Zusammensetzung auf, wie Sonnenlicht. Bei den Tageslichtlampen hat man es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, die Zusammensetzung von Tageslicht genau nachzuvollziehen. Dieses Farbspektrum fördert die Hormonproduktion des Körpers auf natürliche Weise.

Probleme wie Traurigkeit, Unlust und Schlafstörungen, die durch einen Mangel an Tageslicht hervorgerufen werden, können durch eine Therapie mit Tageslichtlampen ausgezeichnet behandelt werden. Diese Lampen werden daher auch beim Auftreten von SAD eingesetzt.

Tageslichtlampen sind auch für den privaten Gebrauch erhältlich, so dass man im Winter dafür sorgen kann, auch zu Hause in dunklen Räumen gesundes Tageslicht zu genießen.

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  • Juli 4, 2017